Ecole Esther

Bildung für Mädchen

Siebzig Prozent der Analphabeten in Afrika sind Frauen. Aufgrund der großen Verantwortung, die den Frauen in der Familie zukommt, aufgrund früher Heirat oder religiöser bzw. traditioneller Bedenken werden viele Mädchen schon früh aus der Schule genommen und können daher - wenn überhaupt - meist nur die ersten Klassenstufen besuchen.

Um diesen Missständen entgegenzuwirken wurde im Sommer 1995 die Ecole de jeunes filles défavorisées (Schule für benachteiligte Mädchen) gegründet. Als Namensgeberin für die Schule steht die biblische Person Esther, die durch mutiges und selbstbewusstes Eintreten vor König Xerxes die Vernichtung ihrer Landsleute in Babylon verhindern konnte.

Aufgaben der Schule Esther

An der Schule Esther bekommen die Mädchen neben den Grundkenntnissen in Lesen, Schreiben, Rechnen, Geographie, Französisch etc. Grundlagen in Hygiene, Gartenbau oder Familienplanung vermittelt. Ausserdem soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass sie als hauptverantwortliche für die Familie einen wichtigen Teil der gesellschaftlichen Verantwortung tragen und somit große Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung der Zukunft haben.

Die Schule Esther wird bis zum Jahr 2001 zur 6-Jährigen Grundschule mit ca. 500 Mädchen ausgebaut sein. Die Schule ist staatlich anerkannt und basiert somit auf dem französischen Schulsystem.

Getragen wird die Schule durch eine Initiative einheimischer Christen, die diese Arbeit als Umsetzung ihres Glaubens an Jesus Christus verstehen. Neben der klassischen Schulausbildung sollen die Kinder, die aus verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen stammen, die Möglichkeit haben, sich mit Glaubensfragen zu beschäftigen. Da im französischen Schulsystem kein Religionsunterricht zulässt wird in Zusammenarbeit mit den umliegenden Kirchen umfangreiche Freizeitprogramme angeboten.