Hintergrundinformation Wend-ZoodoWarum es uns gibt
Warum es uns gibt...Ein Beispiel afrikanischer Selbsthilfe in Ougadougou...Die schwierige Situation in den Armenvierteln
Ougadougous (der Hauptstadt Burkina Fasos) hat zur Folge, dass nur ein sehr geringer Bruchteil
der dort lebenden Kinder einen Schulplatz in einer der staatlichen
Schulen bekommen kann. Nicht lesen, rechnen und schreiben zu können ist jedoch für
viele gleichbedeutend mit dem Fortbestehen des Lebens in Armut und
sozialer Not. Und die Unterstützung dieses Beispiels durch Wend-Zoodo e.V. ...Beeindruckt von der Idee und der Vision, die hinter der Ecole Wend-Zoodo steht, beschlossen Freunde aus Deutschland, die Schule in Ougadougou zu fördern. Um dies möglichst effektiv tun zu können wurde 1994 der Verein Wend-Zoodo e.V. gegründet, der es sich zur Aufgabe macht Bildungsprojekte wie das der École Wend-Zoodo zu fördern. Auch sechs Jahre nach Gründung des Vereins hat sich an diesem praktischen Motiv unserer Arbeit nicht viel verändert. Es geht zunächst einmal darum sinnvolle und intelligente Entwicklungsprojekte zu unterstützen, die von Menschen geplant und durchgeführt werden, die wir persönlich kennen. Dieses Motiv verbindet alle Menschen, die mit Wend-Zoodo e.V. etwas zu tun haben, seien es unsere Freunde in Afrika, ehrenamtliche Mitarbeiter oder Spender des Wend-Zoodo Freundeskreises. Darüberhinaus gibt es aber auch zwei weitere Beweggründe für
unser Tun. Wir glauben, daß es notwendig ist, den Beispielen einseitiger
Belehrung, Unterdrückung und Ausbeutung des europäischen
Imperialismus ein anderes Beispiel entgegenzusetzen: das der
Kooperation und des gegenseitigen Respekts. Insofern verstehen wir
unsere Arbeit auch als ein, wenn auch nur kleines, politisches Signal. Was uns wichtig ist...Bildung als Schlüssel zur Überwindung zentraler Probleme...Bildung ist einer der grundlegenden Faktoren, die die Überwindung
zentraler Probleme von Entwicklungsgesellschaften ermöglichen. Wir
legen hierbei einen Bildungsbegriff zugrunde, der nicht nur
Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen oder materielles Wissen
im Bereich der klassischen europäischen Schulfächer umfasst, sondern
auch die Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten und die Aneignung
hygienischen Wissens. Ein einmal erworbenes Wissen oder eine einmal erlernte Fähigkeit (oder zumindest die Wertschätzung derselben) wird in der Regel an jüngere Generationen weitergegeben. So können die erlernten Fähigkeiten und das erlernte Wissen weite Kreise ziehen und die positiven Auswirkungen einer guten Bildung werden vervielfacht. In diesem Sinne kann man auch sagen, dass Bildungsprojekte die nachhaltigsten aller Entwicklungsprojekte sind. Sie zielen darauf ab die Probleme einer Gesellschaft nicht direkt und von außen zu lösen, sondern die Problemlösungskompetenz einer Gesellschaft nachhaltig zu verbessern, damit die Probleme von Menschen innerhalb dieser Gesellschaft gelöst werden können. Ein anschauliches Beispiel für die Vorteile der Betonung von Bildung lieferte die Hungerkatastrophe im Sudan im Sommer 1998. Damals wurde der Großteil der Spendenflut für den Kauf von Getreide verwendet, das außerhalb des Sudan produziert wurde. In einer der größten Hilfsaktionen in der Geschichte der UN wurden im Rahmen der Operation Lifeline Sudan (OLS) Tausende von Getreidesäcken über den Hungergebieten abgeworfen. Kein Zweifel, solche Soforthilfe ist unabdingbar in Zeiten großer Not. Die intelligentere und nachhaltigere Lösung jedoch ist es, eine Spende während der hungerfreien Jahre für den Aufbau und Unterhalt einer Schule zu verwenden, die u.a. die Fähigkeit der Landbewirtschaftung vermittelt, eine Fähigkeit die im Sudan der jungen Generation durch den Bürgerkrieg fast völlig verloren gegangen ist. In einem Land, das eigentlich im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern fruchtbare Ackerböden hat, können die Schüler und Schülerinnen, die eine solche Schule verlassen, mit ihrer Fähigkeit dabei helfen genug Nahrung für Notzeiten zu produzieren. Die für die Bildung verwendete Spende ermöglicht somit die Ausbildung von 50 Leuten, die jeweils einen Getreidesack pro Jahr produzieren, und die diese Fähigkeit wahrscheinlich auch ihren Kindern weitergeben bzw. die ihre Kinder dazu bringen diese Fähigkeit in der Schule zu erlernen. Im Endeffekt werden auf diese Weise pro Jahr 50 Säcke im Sudan gewachsenes Getreide produziert - und dies kontinuierlich über Jahre hinweg. Dieses Beispiel zeigt - auch in dieser starken Vereinfachung - wie Bildung einer der Schlüssel für die Lösung von drängenden Problemen sein kann. Aus diesem Grund liegt der Fokus von Wend-Zoodo e.V. auf der Unterstützung von Projekten, díe auf die Vermittlung von qualitativ guter Bildung abzielen. Dies ist auch einer der Strategien der der internationalen Gemeinschaft, wie aus dem UNESCO-Weltbildungsberichts von 1998 klar hervorgeht (UNESCO Publishing, Paris 1998, Seite 16): "As the present century draws to a close, education has emerged at the forefront of he world's concern over its future. The challenges of the coming century to eliminate poverty and ensure sustainable development and lasting peace will fall to today's young people. Educating the young to meet these challenges has become a priority for every society." Hilfe zur Selbsthilfe...Es ist schon im ersten Punkt 'Bildung als Schlüssel zur Überwindung zentraler Probleme' angeklungen: Wir glauben, dass die Schwierigkeiten, mit denen Entwicklungsländer konfrontiert sind, von den Menschen vor Ort gelöst werden müssen. Einheimische kennen die geographischen, politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen am besten, sie sind diejenigen, die am ehesten einschätzen können, ob ein Projekt sinnvoll und realisierbar ist unter den gegebenen Bedingungen. Zudem haben Projekte, die aus einheimischer Eigeninitiative entstehen, über die direkte Wirkung hinaus eine große Ausstrahlungskraft auf andere Communities in der Gegend und zeigen beispielhaft was in Eigenregie aufgebaut werden kann. Aus diesen Gründen hat Wend-Zoodo e.V. sich zum Prinzip gemacht, daß Projekte von einheimischen Experten initiiert, durchgeführt und bewertet werden. Damit die Projekte ihren Selbsthilfe-Charakter beibehalten, beteiligen wir uns nicht leitend, sondern stehen mit unseren Kenntnissen und Fähigkeiten beratend zur Seite. Überschaubarkeit...Ein Punkt, der Wend-Zoodo e.V. wahrscheinlich von den meisten
großen Hilfsorganisationen unterscheidet, ist, dass wir Projekte
fördern, die überschaubar sind. Da die aktiven Mitarbeiter des Vereins alle studieren oder
arbeiten, sind die zeitlichen Ressourcen des Vereins beschränkt. Wir
teilen uns daher die organisatorische Arbeit, die in Deutschland
anfällt, auf und können so alles in ehrenamtlicher Arbeit tun. Dies
wiederum führt zu sehr niedrigen Verwaltungskosten, die wir durch
Mitgliedsbeiträge abdecken können. Mit anderen Worten: bei uns
können Spenden also nicht in einen anonymen Verwaltungsapparat
fließen, da ein solcher gar nicht existiert. Zum einen bitten wir unsere Projektpartner, Projekte vorzuschlagen, die überschaubar und zeitlich begrenzt sind. Beispiele aus der Vergangenheit wären der Bau eines Schulbrunnens, der Bau einer Solaranlage, die Anlage eines Schulgartens an der Ecole Wend-Zoodo, aber auch die Aufstellung von Ein-Jahres-Plänen für den Betrieb der zwei Schulen in Ougadougou und der Schule im Südsudan. Zum anderen bitten wir unsere Projektpartner sich nicht ausschließlich auf unsere Zuwendungen zu verlassen sondern die Finanzierung der Projekte aufzusplitten und auch nach anderen Quellen finanzieller Unterstützung zu suchen. Auch hierfür zwei Beispiele: Die Ecole Wend-Zoodo und die Mädchenschule Esther sind inzwischen staatliche anerkannte Schulen und bekommen demnach auch finanzielle Unterstützung vom Staat. In einem anderen Beispiel haben wir bei der Installation einer Solaranlage für die zwei Schulen in Ougadougou (damit an den Abenden Erwachsenenunterricht möglich ist) die Unterstützung der Solaragentur FESA in Freiburg gewinnen können. Ergebnis dieser Vorgehensweise ist, dass wir klar umrissene, einen gewissen Finanzrahmen nicht überschreitende Projekte fördern, die auf möglichst breiter finanzieller Grundlage stehen. Mit diesem Prinzip sind wir in der Vergangenheit gut gefahren - es wird auch weiterhin ein zentrales Prinzip von Wend-Zoodo e.V. bleiben. Entscheidendes Kriterium für Wend-Zoodo Projekte: Bedürftigkeit...Die Grenzen der afrikanischen Nationalstaaten entstanden
größtenteils auf dem machtpolitischen Reißbrett der europäischen
Großmächte Anfang des 20. Jahrhunderts. Dies hat heute unter anderem
die Konsequenz, dass die Gesellschaften dieser Nationalstaaten
äußerst fragmentiert sind. Verschiedene, oft verfeindete Stämme
sind im gleichen politischen Verbund vereint, verschiedene Hautfarben,
Religionszugehörigkeiten, und Sprachen bzw. Dialekte stellen einen
Nährgrund starker Interessensgegensätze und Konflikte dar. In einem
solchen politischen Umfeld sollen die von Wend-Zoodo bekannt gemachten
Projekte Menschen unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Stammes- oder
Religionszugehörigkeit unterstützen. Maßgeblich soll alleine die
Bedürftigkeit derjenigen sein, denen das Projekt zugute kommen soll. Wie
wir vorgehen...
Transparenz...
Ein Grund für
die Erstellung dieser Homepage war, daß wir unsere Methode, d.h. die
Art und Weise wie wir vorgehen, auf diese Weise transparent machen können.
So haben all diejenigen, die es interessiert, unproblematischen Zugang
zur Vereinssatzung, MV-Protokollen, bisherigen Rundbriefen,
Finanzberichten, Projektdokumentationen und können sich ein Bild vom Stand der
Wend Zoodo-Projekte machen. Die
Verwirklichung eines Wend-Zoodo Projekts im zeitlichen Ablauf...
Den grundsätzlichen
Prozeß der Verwirklichung eines Wend-Zoodo Projekts kann man im
Prinzip in einem Satz zusammenfassen: Unsere Projektpartner in Afrika
schlagen uns ein Projekt vor; die ehrenamtlichen Mitarbeiter des
Vereins prüfen die Vorschläge und machen die Projekte, den
Prinzipien von Wend-Zoodo entsprechen, einem größeren Personenkreis
bekannt; dieser gibt die finanzielle Unterstützung für die Projekte,
die dann von unseren Projektpartnern durchgeführt werden; am Ende des
Prozesses geben unsere Projektpartner ein Feedback, das die
Mitarbeiter wiederum dem Freundeskreis bekannt machen. Zeitlicher
Ablauf 1. Vorschläge
(Proposals) 2.
Bekanntmachung der Vorschläge (Rundbriefe, Aktionen) 3.
Finanzielle Unterstützung durch den Freundeskreis 4. Durchführung
des Projekts 5. Feedback:
Berichte, Photos (Dokumentation) 6.
Bekanntmachung des Feedbacks (Rundbriefe, Aktionen) Während
dieses ganzen Prozesses haben die Mitarbeiter regelmäßigen Kontakt
mit den Projektpartnern, stehen ihnen ggf. beratend zur Seite,
besuchen die Projekte vor Ort (mindestens einmal in zwei Jahren) und führen
Buchhaltung über die Verwendung von Spenden. |